Umfang
Wann sich ein Zwischenlager rechnet
Der klassische Fall ist die Lücke zwischen zwei Mietverträgen. Die alte Wohnung muss am Monatsende zurück, die neue ist erst zwei Wochen später frei. Statt doppelt Miete zu zahlen oder den Hausrat bei Bekannten zu verteilen, geht er in eine Box und kommt am Einzugstag zurück. Bei zwei Wochen und einer mittleren Box liegen die reinen Lagerkosten deutlich unter einer zusätzlichen Monatsmiete.
Der zweite Fall ist die Renovierung. Wenn Böden geschliffen oder Wände gestrichen werden, stört der Hausrat und leidet obendrein. Möbel für die Dauer der Arbeiten auszulagern ist oft günstiger, als sie hinterher aufzuarbeiten. Der dritte Fall ist der befristete Auslandsaufenthalt, bei dem die Wohnung aufgegeben, der Hausrat aber behalten wird. In allen drei Fällen zählt dasselbe: Es geht um einen begrenzten Zeitraum mit absehbarem Ende, nicht um dauerhafte Lagerung.
Nicht sinnvoll ist ein Zwischenlager, wenn der Inhalt keinen Wert hat. Für einen Keller voller Dinge, die seit Jahren niemand angefasst hat, ist die Räumung ab 39 Euro je Kubikmeter meist die ehrlichere Rechnung als monatelange Lagerkosten. Wir sagen Ihnen beim Aufmaß offen, wenn wir den Fall so einschätzen. Häufig ist die Mischung sinnvoll: Ein Teil geht ins Lager, der Rest wird geräumt, und beides steht getrennt im Angebot.
Vorbereitung
Vom Auszug bis zur Rücklieferung
Der Ablauf ist immer derselbe, egal ob eine halbe oder eine ganze Wohnung eingelagert wird. Wichtig ist nur, dass der Rückgabetermin nicht zu knapp gesetzt wird, weil sich Einzugstermine erfahrungsgemäß häufiger verschieben als Auszugstermine. Aus diesem Grund fragen wir nach dem geplanten Einzugstag und nicht nach dem gewünschten. Verschiebt er sich, verlängert sich die Lagerzeit tageweise, ohne dass ein neuer Vertrag nötig wird.
Sie können den vereinbarten Zeitraum verlängern, solange Sie sich rechtzeitig melden. Umgekehrt kostet eine frühere Rücklieferung nicht mehr, es fallen dann einfach weniger Tage an. Beides klären Sie mit dem Büro von Montag bis Freitag zwischen 09:00 und 18:00 Uhr. Für die Zustellung brauchen wir einige Tage Vorlauf, weil Fahrzeug und Kräfte eingeplant werden müssen. Melden Sie den Termin also, sobald der Einzug feststeht.
- 1 Aufmaß und Festlegung der Boxgröße nach geschätztem Volumen
- 2 Abholung am Auszugstag, Möbel werden für die Lagerung eingeschlagen
- 3 Inventarliste erstellen und Ihnen als Kopie übergeben
- 4 Lagerzeit läuft tageweise, Verlängerung jederzeit nach Absprache
- 5 Zustellung am vereinbarten Tag, Möbel werden aufgestellt und aufgebaut
Durchführung
Wie eingelagert wird und was dabei zählt
Möbel werden nicht einfach abgestellt. Sie werden in Decken eingeschlagen, Glasflächen bekommen Kantenschutz, Polster stehen nicht direkt auf dem Boden. Schwere Stücke kommen unten, empfindliche oben, damit nichts über Wochen unter Druck steht. Die Anordnung folgt außerdem der Reihenfolge der Rücklieferung, sodass beim Ausräumen nicht die halbe Box bewegt werden muss. Kartons stapeln wir nur so hoch, dass die unteren nicht nachgeben, weshalb gut gefüllte und geschlossene Kartons hier deutlich besser sind als halbleere.
Die Inventarliste bekommen Sie als Kopie. Darauf stehen die eingelagerten Einheiten mit Nummer und kurzer Bezeichnung, bei Bedarf ergänzt um Fotos. Diese Liste ist die Grundlage, wenn später Fragen entstehen, und sie hilft Ihnen selbst, wenn Sie nach Wochen wissen wollen, in welcher Kiste die Vorhänge liegen. Wenn Sie selbst gepackt haben, übernehmen wir Ihre Beschriftung in die Liste, statt eine eigene zu erfinden.
Nicht eingelagert werden Lebensmittel, Pflanzen, Tiere, Bargeld, Ausweise, brennbare Flüssigkeiten und Gasflaschen. Ebenso wenig nehmen wir Gegenstände an, deren Besitz ungeklärt ist. Alles andere aus einem normalen Haushalt ist möglich, von der Waschmaschine bis zum Fahrrad. Bei Instrumenten, Bildern und allem, was auf Feuchtigkeit empfindlich reagiert, sprechen wir vorher über die Bedingungen, damit Sie einschätzen können, ob eine Lagerung über mehrere Monate für das Stück sinnvoll ist.
Kosten
Was die Lagerung kostet und was nicht dazugehört
Die Box mit 5 Kubikmetern beginnt bei 9 Euro je Tag, die mittlere mit 10 Kubikmetern bei 15 Euro und die große mit 20 Kubikmetern bei 25 Euro. Dazu kommen die Fahrten: Hinbringen und späteres Zustellen kosten ab 89 Euro je Fahrt. Wer nur einlagert und selbst abholt, zahlt entsprechend nur eine Fahrt. Alle Beträge verstehen sich inklusive Mehrwertsteuer. Welche Boxgröße gebraucht wird, ergibt das Aufmaß.
Nicht enthalten sind Verpackungsmaterial und das Packen der Kartons. Karton mieten kostet 0,90 Euro je Stück und Woche, kaufen 1,80 Euro, eine Kleiderkiste 3,50 Euro je Stück und Woche, eine Möbeldecke 2,50 Euro je Stück und Woche. Packen durch unsere Kräfte beginnt bei 25 Euro je Stunde. Diese Posten stehen einzeln im Angebot. Für die Lagerung lohnt sich stabiles Material besonders, weil die Kartons wochenlang übereinander stehen.
Zum Standort unseres Lagers geben wir keine Auskunft, und ein Selbstzugang ist nicht vorgesehen. Wer jederzeit an seine Sachen können möchte, ist mit einem Mietlager zum Selbsteinlagern besser bedient. Unser Angebot richtet sich an Kunden, die den Hausrat übergeben und zu einem festen Termin zurückbekommen wollen, ohne selbst tragen zu müssen. Brauchen Sie regelmäßigen Zugriff, sagen wir das offen und raten von unserem Angebot ab, statt Ihnen eine Lösung zu verkaufen, die nicht zu Ihrem Bedarf passt.
Grenzen
Haftung während der Lagerzeit
Für den Transport zum Lager und zurück gilt die Haftung nach Paragraf 451e HGB mit 620 Euro je Kubikmeter Ladung. Für die Zeit dazwischen vereinbaren wir den Umfang schriftlich, bevor eingelagert wird, damit beide Seiten wissen, worauf sie sich verlassen können. Diese Vereinbarung ist Teil des Angebots und nicht des Kleingedruckten. Sie sehen darin auch, welche Ereignisse ausgenommen sind, damit hinterher keine falsche Erwartung entsteht.
Für einzelne wertvolle Stücke lässt sich eine zusätzliche Transportversicherung prüfen. Sie ist eine Möglichkeit, keine Zusage: Ob und zu welchen Bedingungen sie zustande kommt, entscheidet der Versicherer. Nennen Sie solche Gegenstände vor der Einlagerung, weil sich der Umfang später nicht mehr rückwirkend erweitern lässt. Ebenso wichtig ist ein Wertnachweis, etwa eine Rechnung oder ein Gutachten, denn ohne ihn lässt sich im Schadensfall kaum belegen, worum es ging.