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Welche Möbel zerlegt werden müssen und welche nicht
Nicht jedes Möbelstück muss auseinander. Die Entscheidung fällt beim Aufmaß und richtet sich nach drei Maßen: der Breite des Treppenhauses, dem engsten Punkt auf dem Weg und der Türbreite in der neuen Wohnung. Passt ein Kleiderschrank am Stück durch alle drei, bleibt er ganz. Das spart in beiden Wohnungen Zeit und schont die Verbindungen, denn jedes Zerlegen und Wiederaufbauen kostet Material an den Dübellöchern.
Zerlegt wird dagegen fast immer bei Schrankwänden über zwei Metern, bei Doppelbetten mit Lattenrost, bei Eckschreibtischen und bei allem, was aus Pressspan mit Rückwand besteht. Solche Möbel verwinden sich beim Tragen und reißen an den Ecken auf, wenn man sie am Stück durch ein enges Podest dreht. Hier ist Abbauen die günstigere Variante, selbst wenn es zwei Stunden zusätzlich kostet.
Ein Sonderfall sind Massivholzmöbel mit Zapfenverbindung und alte Schränke, die zum Zerlegen gebaut wurden. Die gehen oft leichter auseinander als moderne Möbel und lassen sich auch mehrfach wieder zusammensetzen. Sagen Sie bei der Besichtigung, wenn ein Stück Erbstück ist, dann planen wir dafür mehr Zeit und mehr Decken ein. Für solche Stücke nehmen wir den Schraubendreher statt des Akkuschraubers, weil altes Holz jede zu schnelle Umdrehung mit einem ausgerissenen Gewinde quittiert.
Aufmaß
Beschläge, Schrauben und die Ordnung im Kleinteilebeutel
Der häufigste Ärger beim Wiederaufbau sind fehlende Schrauben. Deshalb bekommt jedes zerlegte Möbelstück einen eigenen beschrifteten Beutel, in dem Beschläge, Dübel, Schrauben und Schlüssel liegen. Der Beutel wandert nicht in einen Sammelkarton, sondern wird an einem Bauteil desselben Möbels befestigt. So kommen Schrank und Schrauben gemeinsam an, auch wenn die Ladung auf zwei Fahrten verteilt wird. Beutel, die in einem Sammelkarton verschwinden, sind der Grund für die meisten verlorenen Stunden am Abend.
Bei Möbeln, die schon mehrfach umgezogen sind, sitzen die Dübel manchmal locker. Wir prüfen das beim Abbau und sagen Ihnen vor Ort, wenn ein Stück den nächsten Aufbau nicht sicher übersteht. Ersatzbeschläge halten wir für gängige Systeme vorrätig, exotische Beschläge müssten Sie besorgen. Diese Vorwarnung ist uns wichtig, damit am Zielort niemand vor einem Schrank steht, der nicht mehr stehen bleibt.
Ablauf
Die Einbauküche ist ein eigenes Gewerk
Eine Küche ist kein Möbelstück, sondern eine Anlage aus Schränken, Arbeitsplatte, Geräten und Anschlüssen. Für Abklemmen, Transport und Wiederanschluss rechnen wir ab 249 Euro. Darin steckt das Lösen der Wasseranschlüsse, das Abnehmen der Arbeitsplatte, das Sichern der Fronten und der Aufbau am Zielort in der Reihenfolge, in der die Schränke zueinander ausgerichtet werden. Die Reihenfolge ist dabei nicht beliebig, denn eine Küchenzeile wird von einer Seite her ausgerichtet und danach Schrank für Schrank verbunden.
Zwei Punkte klären wir vorher, weil sie den Ablauf entscheiden. Erstens: Passt die vorhandene Arbeitsplatte in den neuen Grundriss oder muss sie gekürzt werden. Zweitens: Liegen im neuen Objekt Wasser, Abfluss und Starkstrom dort, wo sie gebraucht werden. Elektroarbeiten am Herdanschluss gehören in Fachhand, wir stellen die Küche und schließen an, was ohne Eingriff in die Hausinstallation anschließbar ist. Beides beantwortet in der Regel Ihr Vermieter oder der Vorbesitzer.
Geräte fahren getrennt von den Schränken. Kühl- und Gefriergeräte sollten am Vortag abgetaut und trocken gewischt sein, sonst läuft Tauwasser in die Ladung. Nach dem Transport bleibt ein Kühlgerät ein paar Stunden stehen, bevor es wieder ans Netz geht, damit sich das Öl im Kreislauf setzt. Der Geschirrspüler wird ebenfalls entleert, der Zulaufschlauch bleibt am Gerät, damit er beim Wiederanschluss nicht fehlt, und die Restfeuchte im Sieb wischen Sie am besten selbst aus.
Preis
Wie Möbelteile auf dem Wagen geschützt werden
Zerlegte Möbel sind empfindlicher als ganze, weil die Kanten frei liegen. Große Platten fahren stehend an der Wagenwand, mit Möbeldecken dazwischen und Spanngurten dagegen. Glasböden und Spiegel kommen zwischen Pappe und werden einzeln gesichert, nie lose zwischen Platten geschoben. Möbeldecken mieten Sie bei uns für 2,50 Euro je Stück und Woche, Noppenfolie kostet 19 Euro für 50 Meter. Gurte ziehen wir gegen Kanthölzer und nicht gegen Furnier.
Für Klaviere und Flügel gilt ein eigener Ablauf mit eigenem Gerät, dafür rechnen wir ab 189 Euro. Wenn ein Möbelstück nicht durchs Treppenhaus geht, stellen wir einen Aufzug am Fenster, bis zur vierten Etage ab 179 Euro. Ob das nötig ist, sehen wir bei der Besichtigung an Podestbreite und Deckenhöhe und nicht erst am Umzugstag. Der Aufbau eines Möbelaufzugs braucht Platz vor dem Haus, auch das gehört in die Planung.
Vorbereitung
Der Montagetag im Ablauf
Wir arbeiten den Abbau in einer festen Reihenfolge ab, damit die Wohnung möglichst lange nutzbar bleibt und der Wagen sinnvoll beladen wird. Zuerst kommt alles weg, was ohne Werkzeug transportabel ist, dann folgen die großen Möbel, zuletzt die Betten. Am Zielort läuft es genau umgekehrt, dort stehen die Betten zuerst. Erst danach kommen Kartons und Kleinteile in den Wagen, weil sie sich in jede verbliebene Lücke schieben lassen und die Ladung stabilisieren.
Wenn Sie einen Teil selbst abbauen wollen, ist das möglich und senkt die Montagezeit. Sagen Sie uns vorher, welche Stücke Sie übernehmen, damit wir die Zeit nicht doppelt einplanen. Wichtig ist nur, dass Ihre eigenen Kleinteile genauso beschriftet sind, sonst suchen am Abend alle gemeinsam nach denselben Schrauben. Legen Sie Ihre zerlegten Teile bitte gestapelt an eine Wand und nicht quer durch den Raum verteilt, sonst kostet das Zusammensuchen mehr Zeit als das Zerlegen selbst.
- 1 Aufmaß: engste Stelle im Treppenhaus und Türbreiten am Zielort messen
- 2 Festlegen, welche Möbel zerlegt werden und welche am Stück gehen
- 3 Abbau mit beschriftetem Kleinteilebeutel an jedem Möbelstück
- 4 Verladen: Platten stehend, Decken dazwischen, Gurte gegen Verrutschen
- 5 Am Zielort Betten zuerst, dann Schränke, zuletzt die Einbauküche