Grundlage
Warum drei Monate der übliche Rahmen sind
Der Zeitplan eines Umzugs hängt an einer einzigen Zahl: Die gesetzliche Kündigungsfrist für Mieter beträgt drei Monate. Sobald die Kündigung ausgesprochen ist, steht das Enddatum des alten Vertrags fest, und alle anderen Aufgaben ordnen sich davor oder danach ein. Wer erst nach der Kündigung mit der Planung beginnt, verliert die entspannteste Phase und muss Angebote, Material und Termine gleichzeitig organisieren.
Praktisch teilt sich die Zeit in drei Blöcke. Der erste Block umfasst alles Vertragliche und die Auswahl des Umzugsunternehmens. Der zweite Block ist Handarbeit: aussortieren, Material besorgen, packen. Der dritte Block liegt in den letzten zwei Wochen und besteht aus Terminen, die von anderen abhängen, etwa der Wohnungsübergabe, dem Ablesen der Zähler und dem Anschluss von Strom und Internet. Diese Termine geben den Takt vor, alles andere ordnet sich davor ein.
Diese Aufteilung hat einen einfachen Sinn: Aufgaben aus dem zweiten Block lassen sich vorziehen, Aufgaben aus dem dritten nicht. Wer im zweiten Block trödelt, verschiebt Arbeit in eine Woche, die ohnehin voll ist. Deshalb lohnt es sich, früh mit dem Packen der Dinge zu beginnen, die im Alltag nicht gebraucht werden. Bücher, Winterkleidung im Sommer, Werkzeug, Dekoration. Jeder dieser Kartons ist ein Karton weniger in der letzten Woche vor dem Termin.
Schritt für Schritt
Zwölf bis zehn Wochen vorher: kündigen und Termine klären
Die Kündigung des alten Mietvertrags geht schriftlich und sollte nachweisbar zugehen. Prüfen Sie im Vertrag, zu welchem Zeitpunkt im Monat die Kündigung eingehen muss, damit der laufende Monat noch mitzählt. Gleichzeitig sollten Sie klären, ob der neue Vertrag lückenlos anschließt oder ob eine Lücke entsteht. Aus dieser Frage ergibt sich später, ob ein Zwischenlager nötig wird oder nicht. Klären Sie sie früh, denn Lagerraum und Zustelltermin brauchen ebenfalls Vorlauf.
Falls eine Überschneidung von zwei Wochen möglich ist, nutzen Sie sie. Zwei Wochen Doppelmiete kosten Geld, sparen aber den Zeitdruck am Umzugstag und erlauben Renovierungsarbeiten in leeren Räumen. Wenn das nicht geht, planen Sie den Umzug so, dass zwischen Ladetag und Übergabetermin mindestens ein Tag liegt. Diesen Tag brauchen Sie für das Reinigen und für kleinere Reparaturen in der alten Wohnung.
Schauen Sie zu diesem Zeitpunkt auch in den alten Mietvertrag, was zur Rückgabe vereinbart wurde. Manche Verträge verlangen bestimmte Arbeiten, andere nicht. Klären Sie außerdem, ob im neuen Haus Vorgaben für den Umzugstag gelten, etwa Zeiten für die Nutzung des Aufzugs. Solche Punkte lassen sich zwei Monate vorher in einem Telefonat lösen und zwei Tage vorher nicht mehr. Notieren Sie die Antworten schriftlich, damit sie am Umzugstag niemand anders auslegt.
Einzelheiten
Acht Wochen vorher: Aufmaß, Angebote und Auftrag
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für die Angebote. Holen Sie zwei bis drei ein und achten Sie darauf, dass jedes auf einem Aufmaß beruht. Ein Preis, der ohne Besichtigung oder Videorundgang genannt wird, ist eine Schätzung und keine Zusage. Vergleichbar werden Angebote nur, wenn dieselben Positionen enthalten sind: Halteverbotszone, Möbelmontage, Verpackungsmaterial, Etagenzuschläge. Fehlt eine dieser Zeilen im Angebot, fragen Sie nach, bevor Sie die Preise vergleichen. Ein niedriger Grundpreis mit vielen offenen Posten ist am Ende selten der günstigere.
Achten Sie auch auf die Art der Abrechnung. Ein Festpreis nach Zimmerzahl ist bei einem vollständigen Haushalt meist günstiger, eine Abrechnung nach Stunden lohnt sich bei kleinen Mengen. Fragen Sie nach der Mindestabnahme und danach, in welchen Schritten nach der ersten Stunde gerechnet wird. Viertelstundengenaue Abrechnung ist fairer als volle Stunden, weil die letzte angebrochene Stunde selten voll gebraucht wird.
- 1 Zwei bis drei Angebote auf Grundlage eines Aufmaßes einholen
- 2 Leistungen und Zusatzpositionen nebeneinander vergleichen
- 3 Abrechnungsart festlegen: Festpreis oder Stundensatz
- 4 Termin verbindlich buchen und schriftlich bestätigen lassen
- 5 Urlaub für Umzugstag und Übergabetag rechtzeitig beantragen
- 6 Halteverbotszone beauftragen, sofern nötig
Fehlerquellen
Sechs Wochen vorher: aussortieren, Material, Packbeginn
Aussortieren gehört vor das Packen und nicht danach. Jeder Karton, der nicht gepackt wird, spart doppelt: beim Packen und beim Tragen. Gehen Sie Raum für Raum vor und entscheiden Sie zügig. Was seit zwei Jahren unbenutzt im Schrank liegt, wird auch in der neuen Wohnung liegen bleiben. Für Sperriges lohnt sich der Blick auf eine Räumung, die viele Umzugsunternehmen im selben Termin miterledigen.
Danach kommt das Material. Rechnen Sie großzügig, ungenutzte Mietkartons gehen zurück. Neben Kartons brauchen Sie Packpapier, Klebeband, einen dicken Stift und Noppenfolie für empfindliche Stücke. Kleiderkisten ersparen das Zusammenlegen von Kleidung auf Bügeln und sind bei jedem Umzug mit Schrankinhalt eine sinnvolle Ergänzung. Auch Möbeldecken lassen sich mieten und schützen Kanten beim Tragen. Rechnen Sie beim Klebeband mit mehr Rollen, als Sie vermuten, es geht immer zuerst aus.
Mit dem Packen beginnen Sie bei allem, was Sie in den nächsten Wochen sicher nicht brauchen. Bücher, Bilder, Geschirr aus dem Vorratsschrank, Kleidung der falschen Jahreszeit, Werkzeug, Unterlagen aus dem Archiv. Beschriften Sie jeden Karton von Anfang an nach Zielraum. Wer sich vornimmt, das später nachzuholen, hat am Ende dreißig namenlose Kartons und verliert die Zeit beim Auspacken wieder. Ein dicker Stift am Packplatz kostet nichts und löst dieses Problem dauerhaft.
Grundlage
Zwei Wochen vorher: Verträge, Zähler, Nachsendeauftrag
Jetzt kommen die Aufgaben, die von anderen abhängen. Melden Sie Strom, Gas und Internet an der neuen Anschrift an und geben Sie den Auszug beim bisherigen Anbieter an. Beim Internet ist der Vorlauf am längsten, weil ein Techniktermin nötig sein kann. Wer erst in der Umzugswoche anruft, sitzt unter Umständen mehrere Wochen ohne Anschluss in der neuen Wohnung. Prüfen Sie außerdem, ob der bisherige Vertrag an die neue Anschrift mitgenommen werden kann.
Ein Nachsendeauftrag fängt alles ab, was Sie beim Ummelden vergessen haben. Er kostet eine Gebühr und läuft ab dem gewünschten Datum, deshalb lohnt es sich, ihn vor dem Umzugstag einzurichten. Parallel gehen Sie die Liste der Adressänderungen durch: Bank, Versicherungen, Arbeitgeber, Krankenkasse, Abonnements, Onlinehandel, Kfz-Papiere. Diese Liste ist länger, als man vermutet, und lässt sich in einer Stunde erledigen. Arbeiten Sie sie am besten anhand der Kontoauszüge des letzten Jahres ab.
Halten Sie außerdem fest, welche Zähler in der alten Wohnung abgelesen werden müssen. Notieren Sie Zählernummern und Stände am Übergabetag zusammen mit dem Vermieter und fotografieren Sie beides. Diese Fotos sind der beste Schutz gegen spätere Nachforderungen, weil sie Datum, Nummer und Stand in einem Bild vereinen und keine Übertragungsfehler entstehen können. Dasselbe machen Sie an der neuen Anschrift, bevor Sie den ersten Karton hineintragen. Beide Bilderreihen gehören zu den Unterlagen, die Sie aufbewahren.
Schritt für Schritt
Die letzte Woche und der Umzugstag selbst
In der letzten Woche wird der Rest gepackt und die Wohnung auf den Transport vorbereitet. Leeren Sie den Kühlschrank rechtzeitig, tauen Sie ihn ab und lassen Sie ihn offen trocknen. Die Waschmaschine braucht eine Transportsicherung und muss vollständig entleert werden. Pflanzen kommen in stabile Kisten, damit sie nicht kippen. Alles, was Sie am ersten Abend brauchen, gehört in einen getrennt gekennzeichneten Karton.
Am Umzugstag selbst arbeiten Sie am besten als Ansprechperson und nicht als Träger. Jemand muss Fragen beantworten, Räume zuweisen und am Ende prüfen, ob wirklich alles im Wagen ist. Gehen Sie vor der Abfahrt jeden Raum ab, auch Keller, Balkon, Abstellkammer und die Fensterbretter. Vergessenes ist später fast immer aufwendiger nachzuholen als in diesen fünf Minuten. Prüfen Sie zum Schluss auch Briefkasten, Klingelschild und den Platz hinter der Wohnungstür.
- Kühlschrank abtauen und trocknen lassen
- Transportsicherung an der Waschmaschine anbringen
- Karton für den ersten Abend getrennt kennzeichnen
- Wertsachen und Dokumente in die eigene Tasche
- Alle Räume vor der Abfahrt einzeln kontrollieren
- Schlüssel beider Wohnungen griffbereit halten
Einzelheiten
Nach dem Einzug: Ummeldung, Protokoll und Kaution
Der Wohnsitz ist innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug umzumelden. Sie brauchen dafür in der Regel Ihren Ausweis und eine Bestätigung des Wohnungsgebers. Fragen Sie diese Bestätigung direkt bei der Übergabe an, dann liegt sie vor, wenn Sie sie brauchen. Für alle weiteren Anforderungen und die Terminvergabe erkundigen Sie sich bitte bei der für Ihre neue Anschrift zuständigen Stelle.
Das Übergabeprotokoll der alten Wohnung entscheidet später über die Kaution. Halten Sie darin jeden Mangel fest, den Sie sehen, und ebenso den Zustand, den Sie für einwandfrei halten. Fotografieren Sie zusätzlich jeden Raum, Boden und Fensterrahmen. Ohne Protokoll steht später Aussage gegen Aussage, und die schwächere Position hat üblicherweise die Partei ohne Unterlagen. Lassen Sie sich das unterschriebene Protokoll in Kopie aushändigen und heben Sie es auf.
Die Kaution kommt selten sofort zurück. Viele Vermieter warten die nächste Nebenkostenabrechnung ab, bevor sie den vollen Betrag auszahlen. Notieren Sie deshalb das Datum der Übergabe und fragen Sie schriftlich nach, wenn nach der Abrechnung nichts passiert. Bewahren Sie Protokoll, Fotos und Zählerstände so lange auf, bis die Kaution vollständig auf Ihrem Konto steht. Erst danach können Sie die Unterlagen des alten Mietverhältnisses aus dem Ordner nehmen.
Wenn Sie an einer Stelle dieser Liste Unterstützung brauchen, übernehmen wir sie. Wir messen die Wohnung auf, nennen einen Festpreis ab 289 Euro oder rechnen nach Zeit ab 44 Euro je Stunde, beantragen die Halteverbotszone und liefern das Material vor dem Termin. Unser Büro erreichen Sie von Montag bis Freitag von 09:00 bis 18:00 Uhr, Anfragen über das Formular jederzeit.